In einem aktuellen Erstgespräch ging es um ein Haus aus den 1970er-Jahren. Die Ölheizung muss zeitnah ersetzt werden. Gleichzeitig ist klar: Auch das bislang nicht ertüchtigte Dach sollte künftig gedämmt werden.
Beides gleichzeitig umzusetzen, ist finanziell jedoch nicht realistisch. Die neue Heizung hat deshalb zunächst Priorität.
Aber welche Heizleistung braucht die Wärmepumpe?
Normalerweise ist es sinnvoll, den Wärmebedarf eines Gebäudes zunächst durch Sanierungsmaßnahmen zu reduzieren und anschließend die neue Heizung darauf auszulegen.
Wenn diese Reihenfolge nicht möglich ist, sollte die Wärmepumpe aber auch nicht einfach nur auf den heutigen Gebäudezustand ausgelegt werden.
Unsere Empfehlung in diesem Fall: zwei Zustände berechnen.
Zum einen die Heizlast des Gebäudes heute. Zum anderen die voraussichtliche Heizlast nach der späteren Dachdämmung.
Anschließend kann eine modulierende Wärmepumpe gewählt werden, deren maximale Leistung für den heutigen Wärmebedarf ausreicht und die ihre Leistung später möglichst weit reduzieren kann.
Was bedeutet „modulierend“?
Eine modulierende Wärmepumpe kann ihre Leistung innerhalb eines bestimmten Bereichs an den aktuellen Wärmebedarf anpassen.
Benötigt das Gebäude weniger Wärme, reduziert der Verdichter seine Leistung. Dadurch kann die Anlage längere Laufzeiten erreichen und häufiges Ein- und Ausschalten – das sogenannte Takten – reduzieren. Genau deshalb ist neben der maximalen Heizleistung auch die Mindestleistung einer Wärmepumpe wichtig.
Gerade bei Gebäuden, die erst nach dem Heizungstausch energetisch verbessert werden, sollte deshalb nicht nur der heutige, sondern auch der zukünftige Gebäudezustand in die Planung einfließen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesverband Wärmepumpe: Modulierende Wärmepumpen und Anpassung an den Wärmebedarf. BWP – Modulierende Wärmepumpe
- Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden zur Dimensionierung von Wärmepumpen – Heizlast, Modulationsbereich und Folgen von Über- bzw. Unterdimensionierung. BWP – Wärmepumpendimensionierung