Bei dynamischen Stromtarifen kann sich der Strompreis innerhalb eines Tages stark verändern. Für Wärmepumpen ist das interessant, weil sich ein Teil des Betriebs zeitlich verschieben lässt.
Bei unserer eigenen Wärmepumpe machen wir das bereits seit über einem Jahr: Wir prüfen täglich die Strompreise und legen die Betriebszeiten möglichst in günstige Stunden. Aktuell erfolgt diese Optimierung noch manuell.
Heute: 18,4 bis 48,9 Cent pro Kilowattstunde
Am 5. Oktober 2026 liegt der Gesamtstrompreis unseres dynamischen Tarifs je nach Viertelstunde zwischen 18,4 und 48,9 ct/kWh.
Strompreisverlauf am 05.10.2026 in unserem dynamischen Tibber-Tarif. Die dargestellten Preise gelten für unseren Tarif und sind nicht allgemein auf andere Haushalte übertragbar.
Solche Unterschiede zeigen, warum der Zeitpunkt des Wärmepumpenbetriebs zunehmend interessant wird.
Praxisbeispiel vom 3. Oktober
Am 3. Oktober haben wir den Wärmepumpenbetrieb gezielt in die günstigen Mittagsstunden gelegt.
Das Tagesmittel des Strompreises betrug 37,9 ct/kWh. Während der Verdichter lief, lag der durchschnittliche Preis dagegen bei nur 26,2 ct/kWh – also rund 31 % unter dem Tagesmittel.
Der Verdichterbetrieb wurde bewusst in die günstigeren Stunden verschoben. Durchschnittlicher Strompreis während des Betriebs: 26,2 ct/kWh.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch eine Stromkostenersparnis von 31 %. Entscheidend ist unter anderem, wie viel Verbrauch tatsächlich verschoben werden kann.
Warum wir meist die Mittagsstunden nutzen
In unserem Tarif liegen die günstigeren Preise häufig rund um die Mittagszeit. Deshalb müssen wir die Einstellungen nicht jeden Tag komplett verändern.
Dabei geht es aber nicht einfach darum, die Wärmepumpe nur dann laufen zu lassen, wenn der Strom billig ist. Auch Wärmebedarf, Komfort und Effizienz müssen berücksichtigt werden.
Eine Wärmepumpe beispielsweise mit unnötig hohen Vorlauftemperaturen „auf Vorrat“ arbeiten zu lassen, kann einen Teil des Preisvorteils wieder zunichtemachen.
Unser Fazit
Bei dynamischen Stromtarifen wird aus unserer Sicht künftig nicht nur wichtig sein, wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet, sondern auch wann sie arbeitet.
Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen: Eine bewusste zeitliche Steuerung kann dazu führen, dass ein relevanter Teil des Wärmepumpenstroms zu deutlich günstigeren Zeiten bezogen wird.
Spannend wird der nächste Schritt: diese Optimierung nicht mehr täglich manuell vorzunehmen, sondern Strompreise, Wärmebedarf und Betriebsdaten automatisch miteinander zu verbinden.